Freitag, 11. März 2016

6 Tipps einer Amateurin für Flohmarktbesuche

Ich gehe irrsinnig gern auf Flohmärkte, bin aber kein Profi, der irgendwas um 1 Euro kauft und dann um 100 Euro weiterverkauft. Wenn ich auf einem Flohmarkt etwas kaufe, dann immer weil mir das Teil gefällt oder ich es brauchen kann. Man könnte viel Geld machen, indem man gezielt auf Flohmärkte geht und die Produkte dann im Netz verschachert, aber a) hat man dabei immer die Gefahr, dass man es doch nicht wiederverkaufen kann und b) braucht man sehr viel Platz um das Zeug zu lagern.

Diese Tipps dienen also eher den Flohmarkt-Laien, die halt abundzu aus Spaß einen Flohmarkt besuchen.

Übrigens finde ich es nicht ekelig oder grauslich etwas zu kaufen, das nicht neu ist. Unsere Konsumgesellschaft gaukelt uns vor immer alles neu kaufen zu müssen. Natürlich gibt es auch auf Flohmärkten ekelhafte Dinge und ich würde dort auch keine Unterwäsche kaufen, aber es spricht nichts dagegen z.B Geschirr zu kaufen. In Restaurants aßen auch schon viele Leute von dem einen Teller und ihr esst trotzdem davon. Beim Beautyflohmarkt macht es mir auch nichts aus Lippenstift zu kaufen, weil ich die Produkte kenne und weiß wie alt sie in etwa sind. Des Weiteren kann man Lippenstift einfach in Alkohol tauchen und ihn somit desinfizieren. Das machen auch Läden wie Mac, wenn man die Lippenstifte testen möchte. Und glaubt mir, die Tester wurden von viel mehr Menschen benutzt.

Tipp Nummer 1: Früh aufstehen! 
FlohmarktgängerInnen sind nunmal FrühaufsteherInnen. Wenn der Flohmarkt um 8 Uhr beginnt, ist man am besten schon mindestens 10 vor 8 Uhr dort. Wer erst um 12 Uhr kommt, braucht sich nicht wundern, wenn die besten Dinge schon weg sind.
Beispiel: Beautyflohmarkt in Wien. Ich war an diesem Tag zwar krank, aber Markus ist für mich hingefahren und hat nach "besonderen" Mac- Produkten geschaut. Weil er gleich bei Eröffnung dort war, konnte er auch richtig coole Dinge finden, für die man im Internet das Foppelte gezahlt hätte, weil sie "Sammlerwert" haben.

Tipp Nummer 2: Freundlich sein, miteinander reden!
Kauft ihr gerne in einem Laden ein, in dem ihr gleich beim Eintritt wie ein Schwerverbrecher  oder eine Schwerverbrecherin behandelt werdet, nur weil ihr einen Rucksack trägt? Oder wollt ihr mit dem gleichen Blick wie Julia Roberts bei Pretty Woman begrüßt werden, als sie die noble Boutique betritt? Nein! Die VerkäuferInnen wollen ihre Produkte, die oftmals auch einen persönlichen Wert haben, aber auch nicht einfach irgendeinem Arsch verkaufen. Daher: Freundlich sein. Auch wenn gehandelt wird. Handeln gehört natürlich auf jedem Flohmarkt dazu, aber trotzdem sollte man dem  oder der anderen und seinem oder ihrem Produkt einen gewissen Respekt erweisen. Ein freundliches Lachen hilft auch oft schon dabei, jemanden einen kleineren Preis zu entlocken. 
Beispiel dazu: Diese schöne Waage. Die hab ich bei uns im Waldviertel auf einem Flohmarkt gesehen und mich sofort verliebt. Der Preis war mir aber einfach zu hoch. (Ich glaub, es waren so 40 Euro?). Ich bin immer wieder hin und dann aber doch gegangen, weil sie mir zu teuer war. Der Besitzer war ein älterer, bissl grimmiger Mann und beim 3. mal sagt er dann so leicht genervt, dass er sie mir auch um 35 und die Gewichte dazu gibt. Ich hab ihn dann angeschaut und gesagt "I bin ma sicher, dass sie des wert is, aber für mi persönlich is des bissi zu viel." Er schaut grimmig wieder weg. Dann sag ich "Wissen's.. i hob a oids Bauernhaus g'erbt und de Gwichta san do, owa Woog hob i kane dazua." Ich weiß nicht warum, aber auf einmal war der Mann wie ausgewechselt und total lieb. Er meinte dann, dass er die eh schon ewig hat und ob ich sie um (ich glaube) 25 Euro nehmen würde. Da hab ich sie dann natürlich auch genommen. Die Geschichte war natürlich wahr und nicht nur frei erfunden, das würde ich nicht tun. Heißt aber auch nicht, dass sowas immer funktioniert. Schließlich hätte es ja auch gelogen sein können.  Aber prinzipiell kann Menschlichkeit nie schaden. 

Bei den Etageren war es ähnlich. Der Preis war für uns persönlich vollkommen in Ordnung und wir hatten keine Lust zu handeln. Als ich um das Geldbörsl greife, sage ich der Verkäuferin so beiläufig, dass wir die für unsere Hochzeit nehmen und die Verkäuferin freut sich total und gratuliert uns und gibt es uns gleich noch 2 Euro billiger. Ja, auch so kann's gehen. 

Tipp 3: Unwissenheit nutzen!
Der Punkt ist jetzt bissi böse, aber manche Leute wissen einfach NICHT was sie da verkaufen. Ich war mal auf einem ganz kleinen Flohmarkt in Wien und da war ein Mann, der das ganz sicher professionell gemacht hat, mit einer Kiste Nagellack. Ich muss halt sagen, dass bei diesem speziellen Fall das Wissen eindeutig unproportional vergeben war. Jedenfalls steh ich sicher 10 Minuten vor der Kiste und such da ein paar Essies und einen Chanel - Nagellack raus und frag dann, was die kosten. Er antwortet, dass die alle 1 Euro das Stück kosten. Die anderen Lacke in der Kiste waren aber auch Essence, Look, etc. Ein Chanellack kostet neu 24 Euro, ein Essence-Lack 1,40. Ähm ja. Der gute Mann hat die sicherlich irgendwo zugekauft und dann halt einen Einheitspreis genommen, weil er den ursprünglichen Preis nicht kannte. Ich hab nicht gehandelt, weil ich mir dann wirklich blöd vorgekommen wäre, also hat er sicherlich daran verdient, aber ich hab richtig gute Schnäppchen gemacht.
Damit euch das beim Verkaufen nicht passiert, solltet ihr zumindest einen ungefähren Preis recherchieren. Auch beim Einkaufen lohnt sich bei größeren Ausgaben oder Dingen, die euch seltsam vorkommen ein Blick ins Internet. Also: Handy voll aufladen und mitnehmen!

Tipp 4: Auch im Internet nach Schnäppchen suchen!
Weil ich gerade das Internet erwähnt hab: Es gibt auf jeden Fall günstige Schnäppchen im Internet. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Sehr häufig sind die Preise einfach viel zu hoch.
Beispiel: Diese Milka-Döschen hab ich um 1 Euro auf dem Flohmarkt gekauft (zusammen). Auf Willhaben gibt es beispielsweise eine um 6 Euro. Da lohnt es sich schon öfters auf Flohmärkte zu gehen. (Falls sich jemand fragt, warum ich sowas kaufe :D Die sind für mich Kindheitserinnerung PUR, weil meine Mum darin ihre Knöpfe aufbewahrt hat)
Ein Beispiel für einen guten Deal auf Willhaben: Ihr kennt bestimmt die Nostalgie Heidi-Bettwäsche. Auf Dawanda hat da jemand ein total kleines Stück (40 x 60 cm oder so) um 14 Euro verkauft. Ich wollte unbedingt ein kleines Stück davon und hab mich dann wirklich verarschen lassen und es gekauft. Ein paar Monate später habe ich die komplette(!) Bettwäsche um 10 Euro auf Willhaben gefunden. Hab ich natürlich gekauft. Auf Flohmärken schaue ich auch IMMER, ob ich sie irgendwo finde, aber bis jetzt ist sie mir noch nicht untergekommen.

Tipp 5: Plan erstellen
 Sucht nach etwas Speziellem, überlegt euch vorher was ihr braucht, aber seid nicht traurig, wenn es das nicht gibt. Und seid gleichzeitig offen für neues! Einfach mal schauen geht oft schlecht aus. Man kauft dann irgendwas, das man gar nicht will, nur damit man irgendwas kauft. Ich bin mal losgezogen, um Etageren und eine Brosche zu kaufen. Habe witzigerweise sogar beides bekommen, aber gleichzeitig auch 4 neue Nagellacke gekauft. Das ist natürlich NICHT die Norm. Schon ganz oft, hab ich gar nichts gefunden oder mir nur ein Stück Kuchen bei der Versorgungsstelle geholt :D Wenn man einen Flohmarkt öfter besucht, dann weiß man ja auch schon, was es dort so ungefähr zu holen gibt, dann kann man sich schon überlegen, was man ungefähr haben möchte.
Eine Einkaufsliste schadet auch nicht, um besonders bei großen Flohmärkten den Überblick nicht zu verlieren. 
Übrigens: Ein hübscher Bauernkasten passt nicht in einen VW Polo und einen riesigen, 10 Kilo schweren Messingluster durch den halben Bezirk zu tragen und mit der Straßenbahn zu transportieren ist auch nicht immer lustig. Besonders das zweite könnte jemanden in diesem Raum schon passiert sein. :D Am besten vorher überlegen was man kaufen möchte und ggf. Hilfe organisieren, die man dann kurzfristig anrufen kann. 

Tipp Nummer 6: Wähle weise! 
Wenn du auf der Suche nach Tupperdosen bist, wird dir ein "Raritätenflohmarkt" nichts bringen. Auch Flohmärkte, auf denen in großer Zahl professionelle HändlerInnen ausstellen, sind nicht immer das richtige, weil die ganz genau wissen, was sie für ihre Waren verlangen können. Ein Schnäppchen findet man dort dann eher selten.  Am besten ist es, wenn man auch recherchiert, wie lange die Anfahrt ist und wie viele Stände es gibt. Es bringt meistens nichts außer Frust, wenn man eine Stunde mit dem Auto wohin fahren muss, es bei dem Flohmarkt dann auch noch regnet und dann genau 2 Stände mit Autoersatzteilen zu finden sind. Vorausgesetzt, man restauriert gerade kein Auto. 

Vorher informieren schadet nicht. Passend dazu gibt es auch von "Universal" einen Flohmarktkalender für Österreich. Da könnt ihr ja mal reinschauen, wenn ihr wieder auf der Suche nach Flohmärkten seid.* 


Flohmarktkalender Österreich – Kaufen und verkaufen mit besonderem Flair – Universal.at


Das sind alle Tipps, die mir momentan einfallen. Wenn ich noch mehr weiß, editiere ich sie dazu!

Seid ihr FlohmarktgeherInnen oder meint ihr, das geht gar nicht?
Welche Tipps habt ihr so?

* Für die Verlinkung bekomm ich als Danke einen Gutschein. 

1 Kommentar :

  1. ui, sind die Milkadosen schön! Meine Großtante in Wien hatte auch so eine Waage, mit der sie auch wirklich ihre Küchenzutaten abgewogen hat. Eigentlich wollte ich mir das Haus ja nicht mit noch mehr Kram zuschottern, aber immer wenn ich solche Sachen sehe, denke ich "ach, ich muss mal wieder zum Flohmarkt" :D Da hast Du echt tolle Sachen gefunden!

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Ich freue mich sehr über eure Kommentare! :)
Aufgrund eines akuten Spam-Problems, muss ich sie aber vorher händisch freischalten. Kann also etwas dauern, bis sie online sind :)